
In den Fokus dieses dritten Programms als Resultat unserer Recherchen zum Repertoire für Stimme und Harfe um 1800 rücken wir die Feuilles de Terpsichore – ein wöchentliches Journal mit 1-3 Stücken für Harfe und häufig Gesang, das zwischen 1784-1797 vom Harfenbauer Cousineau in Paris veröffentlicht wurde – sowie das Musik-Album der Madame la Vicomtesse de Beaumont, das 1995 zusammen mit der Harfe der Gräfin wiederentdeckt und nun im Palais Lascaris in Nizza aufbewahrt wird. Dort durften wir das Album besichtigen und digitalisieren. Mit diesem Programm wollen wir das Repertoire und die Spielpraxis der Harfe-spielenden Damen in den Salons beleuchten kurz vor und während der französischen Revolution beleuchten.

Dienstag, 16. Juni 2026, 18.30-20.00 Uhr
Schlösschen "Vorderes Gundeldingen" Basel
Gundeldingerstrasse 172, CH - 4053 Basel
Eintritt frei (Kollekte)
Julia Kirchner - Sopran, Vera Schnider - Harfe
Eine beispiellose Sängerfamilie
Freitag, 18. September 2026, 19.30-21.00 Uhr
"Salon des Pianos" Basel, St. Alban-Vorstadt, CH - 4052 Basel
Eintritt frei (Kollekte)
Das vorliegende Programm ist ganz der illustren Familie García gewidmet, aus der gleich mehrere hervorragende Sänger:innen ersten Ranges hervorgingen. Ihre Karrieren führten sie durch ganz Europa und Amerika, sie hinterliessen zahlreiche Kompositionen und prägten auch als Pädagog:innen nachfolgende Generationen von Sänger:innen nachhaltig.
Im Mittelpunkt dieses Programms stehen Vokalwerke von Manuel del Pópulo García und seiner berühmten Töchter Maria Malibran und Pauline Viardot. Darüber hinaus werden Werke der Cousine der beiden Operndiven – Antonia Sitchès, die ebenfalls eine erfolgreiche Sängerin war – sowie der ältesten Tochter Pauline Viardots – Louise Héritte-Viardot – erklingen. Viele dieser Werke sind selten zu hören und durch intensive Recherche u.a. von der Musikwissenschaftlerin Patricia Kleinman, mit deren Unterstützung dieses Programm entwickelt wurde, entdeckt bzw. zusammengetragen worden.
Zwischen den Musikstücken wird das Publikum durch Moderation mit dem Leben und Wirken der Mitglieder dieser herausragenden Musikerfamilie geführt.
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Donnerstag, 29. November 2026, 20.00-21.15 Uhr
Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, CH - 4058 Basel
Eintritt frei (Kollekte)
Emanuele D’Astorga wurde 1680 in Augusta (Sizilien) als Sohn einer spanisch-stämmigen Adelsfamilie geboren. Seine Lebensgeschichte war – wohl u.a. durch die Wirren des spanischen Erbfolgekriegs – aussergewöhnlich ereignisreich. Besonders seine jungen Jahre glichen eher jenen eines einfallreichen Abenteurers als denen eines in der sizilianischen Administration engagierten Adligen. Autobiographisch besonders aufschlussreich ist das Vorwort des Komponisten zu seinem einzigen zu Lebzeiten gedruckten Werk: den Cantadas humanas a solo, einer Sammlung aus 12 zweisprachigen (spanisch und italienisch) Solo-Kantaten, die er 1726 in Lissabon veröffentlichte, wohin er fünf Jahre zuvor übersiedelt war. Als Komponist war er, der vielgereiste, offenbar gewandte und galante Aristokrat, zu seinen Lebzeiten europaweit vor allem für seine Kammerkantaten bekannt und geschätzt, derer er zahlreiche schreib und die noch heute in Bibliotheken in ganz Europa schlummern. Mit dem Verschwinden der Vorliebe für die Gattung der Kammerkantate geriet auch D’Astorga selber in Vergessenheit.
Über D’Astorgas „reife“ Jahre auf der iberischen Halbinsel ist wenig bekannt, ebenso zu seiner Interaktion mit anderen Komponisten. Gesichert ist nur seine Verbindung zu Caldara (allerdings in Wien, evtl. bereits in jungen Jahren in Rom oder Barcelona) und sehr wahrscheinlich darüber hinaus seine Bekanntschaft mit Domenico Scarlatti, der zeitgleich mit D’Astorga in Lissabon wirkte.
In diesem Programm möchten wir die gedruckte Kantaten-Sammlung Cantadas humanas a solo vorstellen und mit Instrumentalwerken Caldaras und Domenico Scarlattis verbinden. Ausserdem soll den biographischen und geschichtlichen Hintergrund der iberischen Jahre D’Astorgas beleuchtet werden.

Ausführende
Julia Kirchner - Sopran
Bernadette Köbele - Violoncello
NN - Theorbe
Thomas Leininger - Cembalo
Freitag, 27. November 2026, 20.00-21.15 Uhr
Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, CH - 4058 Basel
Eintritt frei (Kollekte)
Stimmen als Instrumente, Instrumente als Stimmen: eine Schnittstelle zwischen den menschlichen Stimmbändern und dem Reichtum vielsaitiger Instrumente. Historische Aufführungspraxis trifft auf alternative Besetzung historischer Instrumente: Die Resonanzsaiten von Nyckelharpa und Drehleier, die hier Violinen oder Oboen ersetzen, verweben sich mit den zahlreichen Saiten von Barockharfe, Violoncello und Cembalo – ergänzt durch die «Saiten» der menschlichen Stimme, den Stimmbändern.
Im Zentrum des Programms stehen die beiden grossen Meister des Hochbarock: Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Ausgangspunkt des Konzepts ist einerseits die historische Praxis, das zu interpretierende Repertoire für das vorhandene Instrumentarium einzurichten - ein Verfahren, das beide Komponisten vielfach nutzten. Andererseits beruht es auf dem alten Verständnis einer Symbiose von Vokal- und Instrumentalmusik (Boethius) sowie der Idee, dass Instrumente den natürlichen Eigenschaften der menschlichen Stimme möglichst nahekommen sollen, wie es in frühen Instrumentaltraktaten, etwa in Ganassis Fontegara (1535), formuliert wurde.
Vor diesem Hintergrund wird der zweite Sopran-Part in Händels Duett-Kantate „Quel fior“ durch die Nyckelharpa ersetzt - inspiriert von Ganassis Idee eines „sprechenden Soloinstruments“. Zugleich wird in Händels Arie und Chaconne die menschliche Stimme in den instrumentalen Klangkörper integriert – eine bewusst ungewöhnliche Praxis. Dieses Experiment zielt darauf ab, einen neuen Klangraum zu erschliessen und die Stimme von der Bindung an einen festgelegten Text zu emanzipieren.
So erklingen bekannte Werke in einem ungewohnten, vielsaitigen Kolorit.

Julia Kirchner- Sopran
Marco Ambrosini - Nyckelharpa
Tobie Miller - Drehleier
Caroline Ritchie - Violoncello
Vera Schnider - Barockharfe
Johannes Keller - Cembalo
d e l l a
m u s i c a
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